Ja, hier macht man so einiges mit. Gestern abend so gegen 22.00 Uhr fühlte ich wie sich unser Hotel seitlich hin und her bewegte, sehr wenig, aber deutlich. Erst dachte ich es wäre Fredrik, der die Treppe hoch gesprungen kam und Anna meinte es wären die vorbeifahrenden Busse, aber weder das eine, noch das andere konnte unmöglich diese Schwankungen verursachen. Dann war mir eigentlich klar, dass es ein kleines Erdbeben gewesen sein muss. Heute morgen habe ich von einem Guatemalteken erfahren, dass das Erdbeben 4 auf der Richter-Skala erreicht hat. Also vielleicht doch nicht so klein. Naja, auf jeden Fall meinte der gleiche Guatemalteke, dass es gut wäre mit diesen kleinen Erbeben, dadurch würde ein grosses vermieden werden. Hoffen wir, dass er recht hat. Die Stadt Antigua hat ja so seine Erdbebengeschichten. Das letzte grosse Erbeben hat angeblich vor 33 Jahren geherscht. Laut unserem Reiseführer hat es davor etliche mehr gegeben, demnach wurde die Hauptstadt Guatemalas im Jahre 1776 auch von Antigua nach Guatemala City verlegt. Heute sieht man in Antigua viele Kirchenruinen, zerstört oder beschädigt durch die sich wiederholenden Erdbeben, einerseits schade, andererseits geben die Kirchenruinen der Stadt einen besonderen Reiz.
Ja, nach unserem Erdbebenerlebnis, haben wir uns heute morgen auf eine Vulkanbesteigung begeben. In Guatemala gibt es laut unserem guatemaltekischen Reiseführer 33 Vulkane, wovon 4 aktiv sind. Unser Ziel war also heute einen dieser aktiven Vulkane, Vulkan Pacaya, zu besteigen. In einer kleinen Gruppe von 12 Personen ging es also erst mit einem Minivan Richtung Vulkan Pacaya. Dann ging es zu Fuss weiter, die ersten 2 km auf sandigem Untergrund, ständig aufwärts, und den letzten km auf Magma, also gehärteter Lava von früheren Vulkanausbrüchen. Seit April letzten Jahres hat der Vulkan ständigen, langsamen Lavaausfluss, dessen Begutachtung unser Endziel war. Je näher wir dem Lavafluss kamen, desto wärmer wurde es. Als wir endlich da waren, konnten wir drei Lavaflüsse sehen, umringt von Magma und Rauch, langsam den Vulkanhang herunterfliessend. Der Anblick und die Atmosphäre war fantastisch.
Sowohl das Erdbebenerlebnis als auch die Besteigung des aktiven Vulkans Pacaya, haben wir alle drei bestens überstanden, so dass wir morgen früh unsere Reise nach Chichicastenango (Guatemala) fortsetzten. Dort wollen wir Guatemalas grössten Markt erleben.
Ich hoffe, es geht euch allen gut.
Viele liebe Grüsse,
Sabrina














